Glückselig setzten wir unsere Reise in den kleinen aber vollkommenen Teil unserer Ewigkeit fort.
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Mittwoch, 23. März 2011

Truebsal blasen...

Da dachte ich doch tatsächlich nach dem letzten so schön sonnigen Wochenende, dass wir das Schlimmste hinter uns hätten... Aber Pustekuchen, heute ist es wieder bitterkalt (2*C Höchsttemperatur) und ungemütlich. Es schneit, regnet und eisregnet abwechselnd. Es soll zwar in den nächsten tagen langsam wieder wärmer werden (täglich um ungefähr 1*C) aber die 25*C von vergangenem Freitag werden wir wohl vorerst nicht erreichen. Dann hat mich vorhin der große Frust gepackt und ich bin trotz des unfreundlichen Wetters mit einem Schirm bewaffnet draußen gewesen. Immerhin frische Luft!
Ja, ich verstehe schon, warum wir in der EU fensterlose Büros verboten haben bzw. diese gegen die EMRK verstoßen, es gibt nichts schlimmeres, als den ganzen Tag bei ausschließlich künstlichem Licht eingesperrt zu sein. Dabei habe ich noch nicht mal was verbrochen!
Nunja, derweil plane ich die Woche, in der Sara mich besucht. Ich habe schon eine ganz lange Liste und werde auch mal anfangen, Kreuze auf meiner Karte zu machen, wo die wichtigen Sachen sind.
Und jetzt muss ich zurück zu meiner Arbeit, heute gibt's es wieder viel zu tun!

Mittwoch, 16. März 2011

Mittwoch

Mitte der Woche und noch zwei weitere Tage vor mir, diesmal ging die Woche alles in allem schnell um, sind ja diesmal auch nur vier Tage, dank meines verlängerten Wochenendes.Und wir (also die Mädels und ich) planen schon das nächste Wochenende. Momentan startet in meinem NYer Freundeskreis die erste Abreisewelle derjenigen, die nur 6-8 Wochen hier sind. Und irgendwie sieht man das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Abreisenden freue sich einerseits auf Zuhause, andererseits ist es schade, NY und die anderen Mädels zurück zu lassen. Und wir, diejenigen die noch hier bleiben können, freue sich natürlich auf die verbleibende Zeit, neue Leute, neue Erlebnisse. Aber irgendwie ist es traurig, jemanden zu verabschieden und ja, zugegeben, manchmal bin ich auch etwas neidisch, weil ich meine Lieben ab und an doch auch vermisse.

Aber es ist, wie es ist und ich bin froh, wie es ist, denn ich habe längst nicht alles gesehen, was ich sehen will, längst nicht alle gemacht, was ich vorhabe und in 2 Wochen kommt meine liebe Bestefreundin mich für eine Woche besuchen!! Und das wird toll, ich bin schon jetzt am Planen, was wir alles machen wollen, was ich ihr zeigen will und was ich mir aufgehoben habe, um es mit ihr zusammen zu machen!
Und bis dahin ist der Frühling auch ganz da. Momentan muss er noch etwas kämpfen, um sich durchzusetzen.

Aber man spürt jeden Tag mehr, dass es wärmer und die Sonne immer stärker wird.

So, nachdem ich mich heute nicht überarbeitet habe, werde ich mir die Freiheit nehmen, etwas früher zu gehen, um noch das ein oder andere Abschiedsgeschenklein zu besorgen und nochmal nach einer Handtasche zu gucken, nach der ich schon seit 1,5 Monaten suche...

Mittwoch, 23. Februar 2011

Learning by Doing

Heute war ich zum ersten Mal in meine Leben in einem US-Gericht. Aber gleich vorweg, es war nur ein Zivilgericht und ganz unspektakulär. Das wirklich spannende war nicht die Verhandlung, das ging keine 5 Minuten und wir waren fertig, weil es primär um die Feststellung des Standes der Dinge und eine Terminierung ging.
Das Interessante war das Gebäude an sich, herrlich, der Eingang von dorischen Säulen getragen, die Decke der Rotunda mit der Geschichte des Rechts bemalt, überall Verzierungen, Holzinterieur, hohe Decken… Ich muss noch mal zum Fotografieren hin, dazu war leider keine Zeit heute, obwohl sich mein Supervisor Verhältnismäßig viel Zeit nahm, um mir zu erklären, was ich da sehe.
Er hat mir anschließend noch ein weiteres Gerichtsgebäude gezeigt, einfach weil es so schön war. Die Gerichte stehen hier alle nah zusammen und allen sind enorme, erhabene Gebäude! Auch das Rathaus kenne ich jetzt, es ist klein und als es gebaut wurde hatte NY erst ca. 50.000 Einwohner. Nur die Südfassade ist aus teuren, schönen Steinen gemacht, die anderen Seiten aus billigeren, weniger schönen, weil zur Bauzeit nur die Front der Stadt zugewandt war. Die anderen Seiten waren von Wald umgeben…
Heute ist das Gebäude natürlich viel zu klein für die ganze Verwaltung, aber die Bürgermeister haben ihre Büros noch hier und alle wichtigen Pressekonferenzen werden vor diesem Gebäude abgehalten, weil es eich wirklich schönes, architektonisch durchdachtes und harmonisches Gebäude ist. Das weiß ich alles von meinem Supervisor.
Wir sind auch am Woolworth Building vorbeigekommen, ein wahrer Prachtbau, den ich mal in Ruhe ansehen muss.

Ich habe viel gelernt und mein Interesse wurde geweckt. Ich werde auf dem Heimweg mal in einen Buchladen springen und nach einem Buch über Manhattan und seine Gebäude suchen. In den Gebäuden lebt soviel Geschichte, die bei uns durch die 2 Weltkriege verloren ging…

Der South Port, wo ich in meiner Mittagspause oft bin, war früher übrigens der Haupthafen, solange es nur Segelbote gab. Für Dampfschiffe war der East River nicht tief genug, so dass der Hafen an den Hudson und nach New Jersey verlagert wurde.

So, genug Geschichte für heute.

Freitag, 18. Februar 2011




Eine frühe Flucht aus dem Büro hat etwas Gutes - einen hellen Feierabend, um das laue Frühlingswetter zu genießen.

Heute morgen war ich erstmal beim Referendarsfrühstück, man lernt immer noch etwas bei dem Vortrag und man trifft ne Menge anderer Referendare... z.B. ehemalige Kommilitonen aus Konstanz, die Welt ist klein.

Und jetzt habe ich ein 3tägiges Wochenende, Montag ist President's Day: Lincoln's und Washington's Geburtstag wurden zusammen gelegt.

Aber leider soll es wieder kalt werden, dann muss ich meinen Trenchcoat leider wieder in den Schrank packen... Schaden!

Mittwoch, 16. Februar 2011

Der frühe Vogel

Heute steht ein wichtiges Closing an und alle Beteiligten sind etwas unruhig... ob das alles klappt?
Die Unterlagen werden zum x-ten Mal kontrolliert. Ein Inhaltsverzeichnis werde ich heute morgen noch anfertigen und ein Register für die Ordner, damit man auf einen Blick sehen kann, dass alle nötigen Unterlagen auch vorhanden sind.
Da muss man schon mal morgens früh ins Büro kommen...
Letztlich ist das alles halb so wild, wie immer, und heute abend ist der ganze Spuk vorbei, alle sind wieder ganz entspannt und ich um eine Erfahrung reicher - mein erstes großes Closing.

Nun aber startet mein Tag erstmal - mit einer Tasse Kaffee -

Eigentlich hat der Tag schon gut angefangen, denn ich hatte ENDLICH Müsli zum Frühstück. Hier gibt es nur süßen Kleister, 5 Sorten gezuckerte Cornflakes, süüüße Marmelage, Kuchen, Muffins.... KEIN KÄSE!!

Also habe ich mir gestern selbst Haferflocken gekauft, heute nur Joghurt und Obst in Anspruch genommen und mein eigenes Müsli in vollen Zügen genossen!! Und um Käse werde ich mich auch kümmern, mit Freundinnen und einem gemütlichen Glas Wein...

Ja, es gibt Dinge, die ich hier sehr vermisse, die in Deutschland so völlig natürlich sind...!

Dienstag, 8. Februar 2011

Vielseitig

Hui, heute habe ich einmal mehr feststellen koennen, wie vielseitig der Anwaltsberuf sein kann. Steuern, Marken, Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen, Uebersetzungen (das ist wohl eher Referendarsarbeit ;-)), Gesellschaftsrecht...

Und es macht so viel Spass mit Leuten zu arbeiten, die einen ernst nehmen und einem gerne Verantwortung uebertragen!

Ueber den Tag ist es draussen bitter kalt geworden, der Himmel war klar und jetzt zieht es so richtig an gegen Abend!Ich werde meinen Schal auf dem Heimweg einmal mehr um meinen Hals wickeln.

Hier ein grosses Dankeschoen an dich, Mom, fuer den feinen Schal und an dich, Lina, fuer die tolle Muetze!! Siri, die Kuschelmuetze liegt leider im Zimmer, heute morgen sah es nicht aus, als wuerde es so kalt werden...

Nachher freue ich mich auch so richtig, wenn ich wieder ins warme, heimelige Heim komme und es was Warmes zu essen gibt!

Donnerstag, 3. Februar 2011

Arbeitsalltag

Der Sturm, der in den USA Aufruhr verursachte, ist an NY fast spurlos vorbei gegangen. Es hat nur einen halben Tag geregnet und war windig und er hat uns zwei Tage Nebel beschert. Aber in den Aussenbezirken gab es Eisregen und der Verkehr ist zusammen gebrochen, so dass gestern das halbe Office verwaist war.
Vorallem der Regen ist hier ziemlich fies, weil er vom Wind in den Strassenschluchten zu einer Wasserwand verwandelt wird. Und da hilft selbst ein Schirm nicht mehr viel, weil man in jedem Fall nasse Beine bekommt. Und wenn ich morgens das Haus verlasse kann ich bei Nebel das Empire State Building nicht sehen...
Aber vergessen sind diese Sorgen, heute morgen scheint die Sonne wieder von einem wolkenlos blauen Himmel, so dass man nicht einmal merkt, dass es ziemlich kalt ist, im Vergleich zu den vergangenen Tagen.

Entgegen vielem, was ich in den letzten Jahren immer wieder festgestellt habe, kann die Arbeit mit Recht und Gesetz Spass machen - obwohl im US-Recht ja weniger mit Gesetzen gearbeitet wird als im deutschen Recht.
Ich bekomme wichtige und verantwortungsvolle Aufgaben, die Kollegen sind super nett, unkompliziert und das Betriebsklima ist klasse. Und wie ich gestern beim Willkommenslunch festgestellt habe, kann man sich in den USA durchaus von anderen Dingen als Burgern, Pommes und Donuts ernaehren!

Mal sehen, was das heutige Tag so bringt.